Reisen
Reisen in Israel
Es gibt Länder, in die reist man gerne der grandiosen Landschaften wegen. In anderen wiederum sind es die bedeutenden Zeugnisse von Kultur und Geschichte, welche Jahr um Jahr die touristische Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Während insbesondere jüngere Reisende oft Urlaubsziele bevorzugen, die sich für allerlei sportliche Aktivitäten anbieten, besuchen ältere Touristen häufiger Regionen, die ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit helfen können. Was auch immer bevorzugt in der Fremde gesucht wird, wenige Länder können bloß ein paar Flugstunden entfernt eine derart breite Vielfalt von Möglichkeiten und Erlebnisräumen anbieten wie Israel.
Brücke zwischen Kontinenten und Kulturen
Israel ist das einzige Verbindungsglied zwischen Afrika und Asien. Aufgrund dieser strategisch wichtigen Lage gab es in der Geschichte kaum einen Herrscher, der nicht auch in Israel seine Spuren hinterlassen hätte. Eine Reise durch Israel ist somit eine Reise durch die Geschichte der Menschheit - von den ersten Siedlungen dieser Welt bis hin zum heutigen Zeitalter der Moderne. Ruinen vorchristlicher Städte lassen vergangenen Glanz und Ruhm erahnen, Mosaike und Fresken aus der Antike leuchten, als wären sie erst angelegt worden. In unmittelbarer Nähe von Gebäuden kühnster moderner Architektur. Keine zweite Stadt auf der Welt ist von so herausragender Bedeutung für die drei großen monotheistischen religionen: Judentum, Christentum und Islam.
In kultureller Hinsicht ist die Vielfalt Israels nicht zu überbieten. Als Einwanderungsland, in dem Menschen aus 140 Nationen leben, treffen Orient und Okzident aufeinander. Es sind die Gegensätze, die eine Reise nach Israel so unvergeßlich machen: Junge Israelis aus Tel Aviv in Hot Pants neben Beduinenfrauen, Luxuslimousinen neben Eselkarren, gläubige Juden neben christlichen Pilgern und betenden Muslimen, althergebrachte osteuropäische Lebensart neben orientalischen Traditionen in amerikanisierter Gegenwart.
An der Küste entlang
Die israelische Mittelmeerküste wartet auf mit kilometerlangen weißen Sandstrände, gepflegt und sauber, mit einer breiten Palette an Spots für Wassersportler: Schwimmen, Windsurfen, Segeln, Wasserski und Angeln. Die küstennahe Landschaft mit Pinienwäldern, Orchideen, Eukalyptusbäumen und Zitrusplantagen gehört zu den malerischsten im ganzen Mittelmeerraum. Die geringen Distanzen im winzigen Staat Israel gestatten es ohne weiteres, sich in einer der schönen Küstenstädte einzuquartieren und von dort aus das übrige Land zu erkunden. Tagesausflüge in alle bekannten Städte und Regionen, vom See Genezareth über Jerusalem bis zum Toten Meer oder Eilat am Roten Meer sind im Bus oder Mietwagen o. w. möglich. Wer vor allem dem modernen, zeitgenössischen Israel, eher säkular denn fromm, begegnen möchte, sollte gleich ein paar Tage dort bleiben, wo der Flieger aus Europa kommend landet: in Tel Aviv. Von dort aus lässt sich nach Nord und Süd die israelische Mittelmeerküste erkunden; bekannte wie weniger bekannte Orte laden zu einer Stippvisite oder zu längerem Verweilen ein.
Nahariya beispielsweise ist einer der beliebtesten Badeorte an dieser Küste. Der „Ga’aton“ fließt durch das Zentrum dieser kleinen Stadt. Entlang der Hauptstraße werfen Eukalyptusbäume Schatten auf die zahlreichen Cafés, Bars und Restaurants. Die Straße führt direkt zum Sandstrand, der ebenfalls von Bars gesäumt ist.
Der Hafen von Akko zählt zu den ältesten der Welt. Zur Zeit der Kreuzfahrer wurde die Bedeutung Akkos mit der Konstantinopels verglichen. Noch heute sind die „unterirdische“ Kreuzfahrerstadt, die Stadtmauer und Teile des Hafens erhalten. Mit dem quirligen Leben im Bazar, dem romantischen Fischerhafen und seinen gemütlichen Restaurants ist Akko einer der interessantesten Anlaufpunkte an der nördlichen Mittelmeerküste.
An die Hänge des Karmel, im Norden der Küste, die in einer halbkreisförmigen Bucht zum Meer abfallend, schmiegt sich, einem Amphitheater gleich, die Stadt Haifa. Haifa ist eine Industriestadt und ein prominenter Wissenschaftsstandort dazu. Das eigentliche Wahrzeichen der Stadt ist die Kuppel des Bahai-Schreines, Grab des Märtyrers und Religionsgründers Mirza Ali Mohammed el-Bab, inmitten eines zauberhaften persischen Gartens. In Haifa befindet sich der größte Hafen Israels.
Mit Caesarea wollte König Herodes zeigen, daß Judäa ein hellenistisches Königreich war und stattete es deshalb prunkvoll mit Bauwerken aus. Das Theater mit seiner fast 100 Meter breiten Bühne ist heute weitgehend wieder restauriert und Kulisse für stimmungsvolle Konzerte im Rahmen des israelischen Musikfestivals. Weil es am Meer gerade keinen passenden Hügel gab ließ der König eine gewaltige, 15 Meter hohe Terrasse für Tempel und Palast errichten. Auf ihr sind einige beeindruckende Reste der St. Paulus Kathedrale zu sehen, einer Kreuzfahrerkirche, die auf den Fundamenten der Moschee ruht. Auch was man heute als Hafen ausmachen kann, stammt aus dem Mittelalter. Denn den Hafen, den Herodes einst dem Meer abgetrotzt hatte, hat es sich längst wiedergeholt. Die Stadt Netanya, auch “Perle der Sharonebene” genannt, wurde auf den Klippen einer Steilküste gebaut. Ein Kilometer langer Sandstrand garantiert jedem Besucher ein stilles Plätzchen für sich. Netanya lebt heute vom Tourismus abgesehen auch von Diamantenschleiferei. Einer der schönsten Badeorte Israels ist Ashkelon. Die Stadt liegt direkt an der Grenze zur Wüste Negev, wodurch hier ein trockenes, angenehmes Klima herrscht.
Tot, aber gesundheitsfördernd - ein seltsames Meer
Manchmal können die geographischen Bezeichnungen dem Besucher wirklich durcheinander geraten: Rotes Meer, Totes Meer, Mittelmeer. Das Tote Meer, eigentlich eher ein großer Binnensee als ein Meer im uns geläufigen Sinne, dominiert eine gleichermaßen grandiose wie bizarre Landschaft und ist doch für sich selbst genommen schon seltsam genug. Tot heißt es, weil sich in diesem Gewässer keinerlei sichtbares Leben mehr abspielt. Man kann nicht wirklich darin schwimmen, geschweige denn tauchen, denn dafür ist der Auftrieb im extrem salzhaltigen Wasser viel zu stark.
Aber man kann darin halb sitzend, halb liegend z.B. gemächlich vorwärts oder rückwärts paddeln oder - ausreichendes Balancegeschick vorausgesetzt - im Wasser treibend tatsächlich in einem Buch oder einer Zeitung blättern. Die außerordentliche Konzentration und Vielfalt der im Wasser gelösten Salze sind ein Teil des gesundheitsfördernden Effektes eines ( für diesen Zweck mehrtägigen, für einen Kuraufenthalt sogar mehrwöchigen ) Aufenthaltes am Toten Meer. Chronische Hautkrankheiten, vor allem Psoriasis, Neurodermitis und Vitiligo, auch bei rheumatischen Indikationen, erleben hier überaus erfolgreiche Linderung, freilich keine endgültige Heilung. Dafür müssten die Betroffenen schon dauerhaft ihr Domizil hier aufschlagen. Andere Aspekte der gesundheitsfördernden Umgebung folgen aus der Tatsache, dass an diesem tiefsten Punkt der Erde eine der höchsten Bromkonzentrationen in der Atemluft zu finden ist und man sich so überdies lange wie sonst nirgends auf der Welt (nackt) der Sonnenstrahlung exponieren kann. Wo man sich sonst rasch die übelsten Sonnenbrände zuziehen würde, wird hier durch eine dichte Glocke aus dem in der Senke des Toten Meers verdunstenden Wasser des Jordans der aggressivste Teil der Sonnenstrahlung beinahe vollständig ausgefiltert. In Verbindung mit dem Deutschen Medizinischen Zentrum, einer Rehabilitationseinrichtung für Dermatologie am Toten Meer, können auch deutsche Staatsbürger, eine entsprechende ärztliche Verordnung vorausgesetzt, über ihre Krankenkassen Zuschüsse oder Kostenerstattung für Kuren in Israel erhalten.
Und noch mehr für die Gesundheit...
Für manch chronischen Kranken aus Europa ist nach mehrfachem Besuch Israel nicht allein des Toten Meers wegen tatsächlich zum persönliches gelobten Land geworden. Die Thermalquelle von Tiberias-Hammat , die schon seit undenklichen Zeiten und bis heute konstant mit 60°C als leicht radioaktives, schwefelhaltiges Wasser aus dem Boden, ist eine weitere viel beachtete gesundheitsfördernde Naturerscheinung in Israel. Das Thermalwasser hilft bei der Behandlung von Rheumatismus, Schäden in den Gelenken und der Wirbelsäule und bei Erkrankungen des Nervensystems.
In der Nähe des Mittelmeeres fließt das mineralreiche Thermalwasser des jungen Heilbades Hame Yo’av durch flache Becken, die das Baden in unterschiedlich temperiertem Wasser erlauben.
Sehr viel älter sind die heißen Quellen von Hammat Gader. Sie liegen in den Schluchten des Yarmuk, eines Nebenflusses des Jordan. Vermutlich kamen schon vor 3500 Jahren Menschen hierher, um die wohltuende Wirkung der Thermen zu genießen. Die Römer, bekannt als Freunde des Badens, bauten den Ort zu einem der bedeutendsten Heilbäder des Imperiums aus. Man könnte also allein deshalb kreuz und quer durch Israel herumreisen, um hier und dort seiner Gesundheit nachhaltig Gutes zu tun. Für die meisten Touristen freilich ist das naturwunder Totes Meer nur eine Durchgangstation auf dem weiteren Weg nach Süden, zum Roten Meer also. Denn hier in Eilat befindet sich Israels Schnorchel- und Taucherparadies, eines der artenreichsten Vorkommen von Korallen und anderen maritimen Lebensformen der Welt. Schwimmer und Sonnenanbeter kommen mit 359 Sonnentagen und einer Wassertemperatur zwischen 210 und 250 C das ganze Jahr auf ihre Kosten. Die Fauna und Flora des Roten Meeres ist einzigartig. Beliebt ist dieser Küstenabschnitt mit Blick auf die jordanische Hafenstadt Akhabar im übrigen auch bei den israelischen Surfern.
Einmal durch die Wüste
Auf dem Rückweg vom Roten entlang des Toten Meeres nach Norden durchquert man auf einer langen, beinahe schnurgeraden Straße auch die Negev-Wüste.
Dünen und bizarr geformte Sandsteinhügel, Krater, zerklüftete Schluchten und Trockentäler, Hochplateaus und Oasen bestimmen das Landschaftsbild dieser herben Landschaft.
Die Wüste im Süden Israels ist ein ideales Revier für Natur- und Wanderfreunde. Im Hai-Bar Naturschutzreservat leben Tiere, die schon in der Bibel erwähnt wurden, in freier Wildbahn. Im Kibbuz Lotan treffen sich jedes Jahr Vogelfreunde aus aller Welt. Je nach Jahreszeit kann man hier mit erfahrenen Ornithologen auf die Pirsch gehen, um nistende oder auf ihrem Zug rastende Vögel zu beobachten.
Geologen, Botaniker, Archäologen, – alle kommen hier auf ihre Kosten. Die alten Nabatäer-Städte Mamshit, Shivta oder Avdat schützten wohl die wichtigen Karawanenwege, vor allem die Gewürzstraße, und dienten dem Warenumschlag. Hier im Negev wurde viel Sehenswertes ausgegraben. Besonders die kunstvoll angelegten Auffangbecken für Wasser, die Reservoire und Zisternen und das Bewässerungssystem, das schon vor 2000 Jahren mit einem Minimum an Wasser hervorragende Erträge lieferte, mögen als Ansporn für die Entwicklung des modernen Bewässerungssystems gedient haben, das jedes Jahr neue Teile der Wüste zum Blühen bringt und aus dem trockenen Wüstenboden fruchtbares Land macht.
Wer mehr und Genaueres wissen möchte, etwa über die subtropische Vegetation Galiläas um den See Genezareth herum oder über die für drei Weltreligionen zwar gleichermaßen bedeutsame, für die jüdische Geschichte indes in ihrer Bedeutung einzigartige Stadt Jerusalem, findet hierzu die verschiedensten, reich illustrierten Detailinformationen im Internet auf der website:
http://www.goisrael.de/
