Wissenschaft
Wissenschaft und Forschung in Israel
Das Ziel, das seit Jahrhunderten zur Wüste und Wildnis heruntergekommene Land in einen modernen Staat umzuwandeln, war von Anfang an für die jüdischen Einwanderer ein treibendes Element für die nachfolgende wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung. Ihre landwirtschaftliche Forschung reicht bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück, als diese mit der Gründung der Landwirtschaftsakademie Mikveh Israel im Jahr 1870 ihren Anfang nahm. Die 1921 in Tel Aviv gegründete Landwirtschaftsstation, die sich später zur Organisation für landwirtschaftliche Forschung entwickelte, ist heute die führende Institution für landwirtschaftliche Forschung und Entwicklung in Israel.
In den Laboratorien am Toten Meer wurde in den 30er Jahren bahnbrechende Arbeit im Bereich der industriellen Forschung geleistet. An der Hebräischen Universität (gegr. 1925), dem »Technion« (gegr. 1924 in Haifa) und dem Daniel-Sieff-Forschungszentrum (gegr. 1934 in Rechovot), das sich 1949 zum Weizmann-Forschungsinstitut entwickelte, wurden erste Fortschritte in der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagenforschung erzielt.
Als der Staat Israel 1948 endlich gegründet werden konnte, verfügte das Land also bereits über eine wissenschaftliche und technologische Infrastruktur, die den weiteren Fortschritt erleichterte.
Der prozentuale Anteil von Forschern an der Gesamtbevölkerung im Bereich von Naturwissenschaft und Technologie sowie der Anteil der Forschungs- und Entwicklungsarbeit am Bruttoinlandsprodukt gehören zu den höchsten in der Welt. Dies gilt insbesondere im Vergleich zu den arabischen Nachbarstaaten. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Arbeitskräfte besitzt Israel mit Abstand den größten Anteil von publizie-renden Autoren im Bereich der Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Landwirtschaft und Medizin.
Forschung und Entwicklung erfolgt in Israel hauptsächlich an sieben Universitäten sowie an Dutzenden von staatlichen und öffentlichen Forschungsinstituten und Hunderten von zivilen und militärischen Unternehmen. Bedeutende Forschungsarbeit wird auch in medizinischen Zentren und öffentlichen Dienstleistungsunternehmen auf Gebieten wie Telekommunikation, Strom- und Energieerzeugung und Wasserversorgung geleistet.
Israel hat seine wissenschaftlichen und technologischen Errungenschaften in erster Linie seinem großen Kontingent an qualifizierten Fachkräften und Wissenschaftlern zu verdanken. 1994 besaßen 19 Prozent der Arbeitnehmer des Landes einen Universitätsabschluss. In dem Maße, in dem die vielen hochqualifizierten Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker unter den Hunderttausenden von Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion allmählich in Israel ins Arbeitsleben eintreten, steigt der Prozentsatz von Fachkräften erheblich an und wird wahrscheinlich Israels wissenschaftliches und technologisches Leistungspotential auf Jahrzehnte hinaus entscheidend beeinflussen.
Wie an den Universitäten in aller Welt ist auch an den israelischen Universitäten die Förderung und Vermehrung von grundlegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen das oberste Ziel. Die vielen Publikationen israelischer Autoren, die alle wissenschaftlichen Bereiche umfassen, sind ein deutlicher Beweis des Arbeitsertrages, den der Universitätssektor liefert. Der Anteil dieser Publikationen an der Gesamtheit der Publikationen in aller Welt ist im Wachstum begriffen. Die wissenschaftlichen Publikatio-nen aus Israel haben einen großen professionellen Einfluss in der gesamten wissenschaftlichen Welt. Um so mehr muss es die dortigen Forscherinnen und Forscher frustrieren, dass Wissenschaftlerkollegen in mehreren europäischen Staaten schon seit Jahren wiederholt dazu aufrufen, jegliche Kontakte und den Austausch mit den jüdischen Kollegen zu boykottieren. Im Verhältnis zu der Gesamtzahl der Arbeitskräf-te in Israel ist die Zahl der israelischen publizierenden Autoren auf den Fachgebieten Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Landwirtschaft und Medizin erheblich größer als in jedem anderen Land der Welt. Überdurchschnittlich groß ist auch der Anteil von Kopublikationen einheimischer und ausländischer Wissenschaftler.
Viele medizinische Hochleistungsgeräte für Diagnose und Behandlung, wie z.B. Computertomographen (CT), magnetische Resonanzabbildungssysteme (MRI), Ultraschall-Scanner, nuklearmedizinische Kameras und Operationslaser, wurden in Is-rael entwickelt und sind inzwischen weltweit bekannt und in Gebrauch. Andere Inno-vationen der israelischen Forschung und Entwicklung sind: präzisionsdosierter Flüssigpolymer zur Verhinderung der Bildung von Zahnbelag; Gerät zur Reduzierung gutartiger und bösartiger Schwellungen der Prostata; Gebrauch von Botulin zur Au-genkorrektur von Schielen.
Bedauerlicherweise beginnen sich die gegen die israelische Wissenschaftler gerichteten Boykotte, für die es historisch keinen Vergleich und politische keinerlei plausible Rechtfertigung gibt, sich auf Forschung und Wissenschaft nachteilig auszuwirken.
Weitere Details zur israelischen Wissenschaft und Forschung können Sie unter nachfolgender Internetadresse finden:
http://www.mfa.gov.il/mfa/go.asp?MFAH0ehv0
