Terrororganisationen
Palestinensische Terrororganisationen
Al Fatah Der Name ist eine Abkürzung für den in umgekehrter Reihenfolge eingebrachten arabischen Wortlaut "Harakat at tahrir al Wataniyyeh al Falastiniyyeh". Dieser bedeutet so viel wie "Bewegung zur Befreiung Palästinas". Zugleich ähnelt das Wort im Klang dem arabischen "fath" (Sieg). Gegründet wurde die Fatah im Jahre 1957 von Jassir Arafat . Seit 1965 kämpft die Fatah aktiv in Form von Guerilla-Aktionen und Terrorakten gegen Israel und dessen Zivilbevölkerung. 1968 schloss sich die Fatah der PLO an, welcher sie anfangs oppositionell gegenüber stand.
Die Fatah und ihre Untergruppen führen seit 1965 terroristische Anschläge durch, unter anderem die blutige Geiselnahme israelischer Sportler während der Olympischen Spiele 1972 in München durch die Gruppierung "Schwarzer September".Fatah/Tanzim Innerhalb der Fatah spielt die paramilitärische Miliz "Tanzim" eine große Rolle. Sie wurde 1995 von Jassir Arafat gegründet. Sie unterstand bis zu seiner Verhaftung dem Führer Marwan Barghouti.
Marwan Barghouti
Von israelischen Seiten heißt es, Tanzim besäße 70.000 Waffen. Die Tanzim ist verantwortlich für die Durchführung von Trainingslagern und militärische Übungen für Jugendliche. Als steinewerfende Jugendliche liefern sie dem westlichen Fernsehzuschauer eine Ikone des palästinensischen Widerstandskampfs. Im Straßenkampf schrecken sie aber auch vor Waffengewalt nicht zurück.
Die Fatah ist heute die stärkste politische Organisation in den Palästinensergebieten und hält eine Mehrheit Sitze im Autonomierat der palästinensischen Legislative
Hamas
Hamas ist die Abkürzung für arabisch "Harakat al Muqawama al Islamija", islamische Widerstandbewegung. Das Wort selbst bedeutet "Eifer", "Begeisterung". Ziel der militant-islamitischen Vereinigung Hamas ist die Zerstörung Israels und eine gleichzeitige Errichtung eines islamischen Staates in Palästina. Die Hamas ist stark militärisch aktiv. Hamas-Anhänger verüben regelmäßig Anschläge auf Israelis.
Die Hamas wurde am 10. Dezember 1987 von Scheich Ahmed Jassein gegründet und ist vor allem im Gaza-Streifen und im Westjordanland aktiv. Die Organisation ist ein Ableger der ägyptischen Muslimbruderschaft. Sie arbeitete zunächst gemeinnützig unter dem Namen "Al Mudschama" und verstand sich als Gegenpol zur PLO und zum "Islamischen Djihad". Bis heute hat die Hamas zahlreiche soziale Dienste ins Leben gerufen, die die soziale Basis für ihre Rekrutierung für ihren „militärischen“ Zweig - also die Terroristenorganisation – darstellen.
Scheich Ahmed Yassin
Seit 1989 ist die Hamas in den besetzten Gebieten verboten. Nichtsdestotrotz hält sie sich - auch finanziell - aufrecht. Neben Mitgliederspenden erhält sie Unterstützung von arabischen und islamischen Staaten.
Friedensbemühungen lehnt die Hamas ab. Sie ist für zahlreiche Bombenattentate – häufig als „Selbstmordattentate“ bezeichnet - verantwortlich und gilt als größtes Hindernis für einen erfolgreichen Friedensprozess.
Attentat auf dem Mahane Yehuda Markt am 30.06.1997
Hisbollah
Hisbollah" ist arabisch und bedeutet "Partei Gottes". Die Hisbollah ist eine schiitische Terrororganisation, die eine pro-iranische Ausrichtung hat. Ihr Führer ist Hussein Musawa.
Gegründet wurde die Hisbollah 1982 im Südlibanon. Sie fungiert als Dachorganisation für zahlreiche fundamentalistische Gruppierungen, unter anderem für den "Islamischen Djihad ". Ihr Ziel ist die Befreiung Palästinas mit gleichzeitiger Zerstörung des Staates Israel. Hisbollah-Kämpfer, die im Kampf für dieses Ziel sterben, werden nach Ansicht der Fundamentalisten "Shadid", Märtyrer, die Eingang ins Paradies finden.
Die Hisbollah hat etwa 5.000 Mitglieder. Sie erhält sowohl finanzielle als auch praktische Hilfe aus dem Iran und aus Syrien. Neben dem offen terroristischen Kampf gegen Israel engagiert sich die Organisation in Hilfsprogrammen für die libanesische Bevölkerung.
siehe auch:
http://www.stura.uni-leipzig.de/~farao/gruppen/hizbollah.htm
http://www.duei.de/doi/de/content/onlinepublikationen/orientjournal/journal101/Seite11.html
PLO
Die PLO (Palästinensische Befreiungs-Organisation) wurde 1964 mit dem Ziel gegründet, den jungen Staat Israel zu zerstören, um die arabischen Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren zu lassen und die arabische Herrschaft im Nahen Osten komplett zu machen. Der Weg, um dieses Ziel zu erreichen war klar und eindeutig: Krieg und Terror. Erst nach langer Zeit, die viele Opfer auf beiden Seiten kostete, aber doch nicht zum gewünschten Erfolg führte, schien PLO-Chef Arafat einen neuen Weg einschlagen und Frieden mit seinen Feinden suchen zu wollen. Offiziell also haben Arafat und die PLO seit 1993 den Methoden des Terrors abgeschworen. Mit den Al-Aksa-Brigaden indes steuert nach Überzeugung der Israelis und der meisten westlichen Nachrichtendienste Arafat nach wie vor noch wesentliche Terroraktivitäten.
Die Frage ist für viele Israelis, ob sich mit dem Weg auch das Ziel der PLO geändert hat. Viele Anzeichen sprechen auch heute noch dafür, dass Arafats Endziel ein arabischer Staat »Palästina« auf dem ganzen Gebiet Israels geblieben ist, nicht ein Staat neben Israel. Eine Landkarte der Palästinenserregierung, die im Internet abgebildet ist, und ebenso das Logo der PLO zeigen kein »Israel«, die geografische Beschreibung einer anderen offiziellen Quelle sagt: »Palästina, zur Zeit unter Besetzung, liegt an der Ostküste des Mittelmeeres, westlich des Jordans und im Süden des Libanon. Das Gebiet Palästinas umfasst rund 10 435 Quadratmeilen.« [1] Dies entspricht einer Fläche von 27 000 Quadratkilometern, also Israels inklusive der Westbank.Peter Scholl-Latour zitiert einen Palästinenser, der folgendes sagt:
»Fast alle hier sind für Yassir Arafat. Es gibt doch keinen anderen nationalen Führer für uns Palästinenser. Natürlich muss er taktieren und Rückschläge einstecken. Wir müssen eben behutsam vorgehen, Schritt für Schritt. Manches haben wir ja schon erreicht. Betrachten Sie nur, wie die Weltöffentlichkeit zu unseren Gunsten umschlägt. Unsere Ziele sind weit gesteckt, und am Ende wollen wir auch Haifa und Jaffa zurückgewinnen. Aber es wäre dumm und schädlich, wenn wir das an die große Glocke hingen. Arafat wird schon Wege finden, auf denen wir unaufhaltsam vorankommen.« [2, Seite 245]
Al-Aksa Märtyrer Brigaden
Die Brigaden sind eine in der Westbank operierende Miliz-Gruppe, die an Yassir Arafats Fatah angegliedert ist. Sie zählen zu den wichtigsten Kräften im aktuellen Konflikt. Während die Gruppe ursprünglich nur israelische Soldaten und Siedler in der Westbank und im Gazastreifen als militärische Ziele definierte, wurden seit Anfang 2002 immer häufiger Zivilisten in israelischen Städten Opfer von Attentaten. Im März 2002, nach einem verheerenden Mordanschlag in Jerusalem, wurde die Gruppe vom US-Außenministerium auf die Liste der ausländischen Terrororganisationen gesetzt.
Die Al-Aksa Brigaden sind ebenso wie die islamistischen Gruppen Hamas und Jihad für Mordanschläge verantwortlich. Sie haben Attentate geplant und ausgeführt sowie jugendliche Terroristen rekrutiert. Die Ideologie der Brigaden wurzelt jedoch weniger im politischen Islamismus, sondern stärker im palästinensischen Nationalismus.
Experten ordnen den Brigaden vor allem Heckenschützen und Selbstmordattentate zu. Mitglieder der Brigaden erklärten, dass sie von der Hisbollah, der islamistischen Miliz im Süden Libanons, inspiriert wurden. Die Brigaden übernahmen die Verantwortung für einige der blutigsten Terroranschläge jüngster Zeit u.a.:
21. März 2002 Eine Bombe in Jerusalem tötet drei Israelis.
9. März 2002 Eine Bombe in einem Jerusalemer Café tötet elf Israelis und verletzt über 50 Personen zum Teil schwer.
3. März 2002 Ein Heckenschütze tötet an einem Kontrollpunkt in der Westbank nacheinander zehn Israelis, darunter auch drei Zivilisten, und entkam.
2. März 2002 Eine Bombe explodiert im ultra-orthodoxen Viertel Jerusalems und tötet neun Israelis, darunter sechs Kinder.
27. Januar 2002 Eine Bombe in Jerusalem tötet einen älteren Mann und verwundet über 50 Israelis.
Experten sagen, dass der Umschwung Anfang 2002 erfolgte, als die Popularität Arafats im Vergleich zur Hamas sank. Zahlreiche Umfragen haben schon vorher die hohe Akzeptanz von Mordanschlägen auf israelische Zivilisten unterstrichen. Die Attentate der Brigaden wurden in den folgenden Wochen immer brutaler.
Die offiziellen Berater von Arafat verneinen diese Frage regelmäßig. "Unsere Gruppe ist ein integraler Bestandteil von Fatah", betonte hingegen Maslama Thabet, einer der Führer der Brigaden in Tulkarem, in einem Interview mit USA Today im März 2002. "Wir erhalten unsere Anweisungen von Fatah. Unser Kommandeur ist Yassir Arafat". Ein anderer Führer der Brigaden, Naser Badawi, erklärte der New York Times einige Tage später, dass sie "ihren Führer respektieren", die Entscheidung "für Attentate werden im Führungsgremium der Brigaden" gefällt. Badawi fügte allerdings hinzu, dass Arafat niemals an die Gruppe herangetreten ist, dass sie die Mordanschläge einstellen soll, wie es Arafat mehrfach öffentlich erklärte. Offizielle palästinensische Quellen berichteten, dass die meisten Mitglieder der Brigaden auf den Gehaltslisten der Palästinensischen Autonomieverwaltung stehen. Meistens dienen sie sowohl in den Brigaden als auch in einem der 14 offiziellen Sicherheitsdienste. Dies wurde auch durch Dokumente bestätigt, die während der jüngsten Offensive der israelischen Armee in den Amtsräumen des Vorsitzenden der palästinensischen Autonomieverwaltung Yassir Arafat sichergestellt wurden.
Hauptquelle für Kurzporträts der Terrorgruppen (s.o.): Neue Ruhr-Zeitung
http://www.nrz.de/osr/osr.nahost.glossar